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Reisebericht Myanmar – 4. Bagan

Nach dem Erlebnis auf dem Markt war es schwierig, auf der Speisekarte im Restaurant das richtige Mittagessen auszuwählen. Aber den leckeren Gerichten konnten wir trotz allem nicht entsagen und ließen es uns schmecken. Maung Maung kannte keine Gnade und scheuchte uns, kaum die Teller leer gegessen, wieder auf die Tempel. Ein paar der bekanntesten wie Ananda oder Dammayangyi, aber auch viele kleine und weniger bekannte standen auf dem Nachmittagsprogramm. 



Im Ananda Tempel amüsierten wir uns über die Buddha Statue, die je nach Entfernung die Mimik zu ändern schien. Stand man direkt davor, blickte sie ernst, ging man 10 Meter weg, dann lächelte sie. Das mussten wir uns natürlich sehr genau ansehen! 
Buddha lächelt
Weitere Fotos des Ananda Tempels hier.
Ananda Tempel Bagan
Der Dammayangyi Tempel ist einer der größten noch gut erhaltenen Tempel in Bagan mit einem düsteren Geheimnis. Schon von weitem machte er einen dunklen, düsteren Eindruck. Erbaut wurde er von einem sehr exzentrischen König, der seine Bauarbeiter sehr schlecht behandelte. Es musste alles ganz exakt gebaut werden, die Steine so gemauert sein, dass so gut wie kein Gips sichtbar wurde, geschweige denn eine Lücke. So manchem vermeintlich schlampig arbeitenden Bauarbeiter oder Steinmetz ließ er die Hand abhacken. Normalerweise haben die Tempel noch einen inneren Rundgang. Bei diesem riesigen Tempel ist dieser Rundgang allerdings zugemauert. Nicht nur die Türöffnungen, sondern auch alle Fensteröffnungen. Untersuchungen ergaben, dass Türen und Fenster zur gleichen Zeit zugemauert wurden, als der Tempel fertiggestellt wurde. Die Geschichte erzählt, dass der exzentrische Könige alle seine Handwerker und Baumeister nach Vollendung des Tempels einmauern ließ. Bis heute wurde das Innere nicht geöffnet, kein Grabräuber wagte sich an die zugemauerten Türen oder Fenster und bis heute ist das Öffnen verboten, da es angeblich großes Unglück bringen soll. Weder das archäologische Ministerium noch die UNESCO durften bisher einen Blick ins Innere werfen. Eine gruselige Geschichte und beim Durchlaufen des äußeren Rundgangs und dem Anblick der zugemauerten Türen und Fenster lief es uns schon ein wenig kalt den Rücken herunter…auch wenn man schon gerne wüsste, was sich dahinter verbirgt.
Tempel in Bagan
Die Speicherkarten liefen langsam warm und wir knippsten um die Wette. Maung Maung zeigte uns auch einige sehr kleine, eigentlich unscheinbare Tempel, die uns allerdings mit ihren noch gut erhaltenen Wandmalereien in Staunen versetzten. Anhand der verwendeten Farben lernten wir unter Maung Maungs fachkundiger Anleitung sehr schnell zu unterscheiden, ob es sich um uralte Wandmalereien, also aus der alten Bagan-Zeit oder etwas neuere Malereien handelte. Schön waren sie alle. Da man diese Wandmalereien normalerweise nicht fotografieren durfte, finden sich rund um viele Tempel Händler, die Kopien einzelner Szenen auf Sand gemalt verkaufen. Sie bringen auf einem weißen dünnen Baumwolltuch mit Klebstoff mehrere Sandschichten auf, die am Ende bemalt werden. Durch die vielen Sandschichten können die Bilder geknickt und gerollt werden, ohne dass das aufgemalte Bild davon rieselt. 
Zwischendurch machte sich dann doch der immense Wasserkonsum bemerkbar. Meine Begleiterin erinnerte mich auch immer gnadenlos ans Trinken und so manches Mal kam mir das Wasser fast zu den Ohren raus. Sehr höflich versuchte ich Maung Maung klar zu machen, dass ich dringend auf ein bestimmtes Örtchen musste. Ich fragte ihn, ob es denn vielleicht möglich sei vor dem nächsten Tempel einen Ort zu finden, wo es eine benutzbare Toilette gab. Maung Maung grinste nur schelmisch und meinte trocken „ahhh, you need to pee!!“ Wir machten uns vor Lachen fast in die… na, ihr wisst schon wohin ;-)) Dieser Satz wurde zum „running gag“ und jedes Mal lachten wir wieder, wenn jemand sein Wasser loswerden musste. Zum Schluss schauten wir uns schon einmal den Platz für den Sonnenaufgang an. Schließlich mussten wir ja wissen, wo wir am kommenden Morgen um 6 Uhr in der Dunkelheit herumkraxeln sollten, um den „Best View“ zu erhaschen. Ihr ahnt es sicher schon, wie wir den Besichtigungstag ausklingen ließen – mit einem wunderschönen Sonnenuntergang auf einem Tempel, mit gefühlten 500 anderen Touristen aus aller Welt. Aber die Schönheit ließ uns das Drumherum vergessen, die Kameras und wir wurden eins und die Speicherkarten glühten. Aber macht euch selbst ein Bild davon…
Sonnenuntergang in Bagan
Sonnenuntergang in Bagan

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