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Namibia – Etosha

Eines der bekanntesten Ziele in Namibia ist der Etosha Nationalpark mit seiner großen Artenvielfalt. Wir haben eine der staatlichen Lodges mitten im Park für unsere beiden Übernachtungen ausgesucht. Direkt im Etosha Nationalpark befinden sich nur Unterkünfte der staatlichen Kette „Namibia Wildlife Resorts“. Alle anderen Übernachtungsmöglichkeiten sind außerhalb oder in direkt an das Gebiet angrenzende sogenannten „Private Game Reserves“.

Vom Waterberg kommend passierten wir das Lindquist Gate im Osten des Etosha Nationalparks. Bei der Einfahrt musste ein Formular ausgefüllt werden, mit dem wir uns einige Kilometer weiter beim Fort Namutoni bei der Parkverwaltung offiziell registrierten und die Gebühr entrichteten. Spätestens hier sollte man die Detailkarte des Etosha Nationalparks kaufen, auf der alle Wasserlöcher und sehenswerten Punkte eingezeichnet sind. Sehr hilfreich sind auch die eingezeichneten Toiletten, da es im gesamten Park strikt verboten ist, außerhalb der geschützten Bereiche das Fahrzeug zu verlassen.

Auf dem 75 km langen Weg zur Halali Lodge fuhren wir verschiedene Wasserlöcher an. Schon das erste Wasserloch war ein Erlebnis. Von Weitem konnten wir in der extremen Mittagshitze des namibischen Sommers die weit in die Höhe gereckten langen Giraffenhälse erspähen. Als wir das Wasserloch erreichten, eröffnete sich uns ein Blick auf Giraffen, Elefanten, Zebras, Impalas, Strauße und einige andere Vögel, welche sich einträchtig das kühle Nass teilten.

Anfangs fotografierte ich jedes Zebra und jede Gazelle die mir vor die Linse sprang. Mit der Zeit bekamen wir auch einen geübten Blick für die Tiere am Wegesrand. Manche Zufahrt zu einem Wasserloch war sehr abenteuerlich und holprig, doch die Mühe hat sich fast immer gelohnt. Vorsichtige Fahrweise war überall angebracht, denn einen Reifenwechsel am Wasserloch stellte ich mir doch etwas gefährlich vor.

Die Fahrt durch den Nationalpark mit dem Privatfahrzeug ist nur bei Tageslicht erlaubt. Für die organisierten Touren, die von den Lodges mit speziellen Safarifahrzeugen durchgeführt werden, gilt diese Regelung jedoch nicht und man kann auf diese Weise wunderschöne Sonnenauf- oder Sonnenuntergänge im Park erleben. Bei den organisierten sogenannten „Game Drives“, sind die Sichtungen der selteneren Tierarten häufiger, da sich die Ranger natürlich sehr gut im Park auskennen und wissen, wo und wann die jeweiligen Tiere unterwegs sein könnten.

Wir hatten uns für eine Pirschfahrt am Morgen entschieden. Es fing langsam an zu dämmern als wir das Halali Camps verließen. Ursprünglich wollte unser Ranger zu einem etwas weiter entfernten Wasserloch. Unsere Fahrt stoppte jedoch recht bald, da es sich eine Löwin mitten auf der Straße bequem gemacht hatte. Leider ließ sich vom Rest der Löwensippe keiner blicken und eine gute halbe Stunde später trottete die Löwin auch langsam davon.

Am nächsten Tag fuhren wir weitere auf der Karte verzeichneten Wasserlöcher an und bekamen einen immer wachsameren Blick für die gut getarnten Tiere um uns herum. Zebras trotteten gemütlich über die Fahrbahn, Springböcke grasten in der Ferne oder an einem der raren Bäume standen genüsslich fressende Giraffen. Sogar eines der seltenen Spitzmaulnashörner bekamen wir an diesem Tag vor die Linse. Jedes der Wasserlöcher war eine Überraschung. Je nach Tageszeit und Lage waren sie von einzelnen oder vielen verschiedenen Tieren frequentiert, völlig leer oder teilweise komplett ausgetrocknet.

Eines meiner persönlichen Highlights war die Etosha-Pfanne. Das große Nichts soweit das Auge reicht. Sehr beeindruckend war vor allem die außergewöhnliche Stille in der flirrenden Sommerhitze. Kaum vorstellbar, dass nach sehr starken Regenfällen die Etosha-Pfanne mit Wasser gefüllt, Scharen von Flamingos und andere Vogelarten anzieht. Auch auf dem Parkplatz des „Etosha Pan Lookouts“ waren wir wieder alleine und konnten uns nur schwer vom Anblick dieser unendlichen Weite losreißen.

Am Abend versammelten auch Tiere am Wasserloch des Halali Camps. Hinter dem sicheren Zaun sitzend, konnten wir eine Elefantenfamilie mit ihren Jungen beobachten, die im Wasser spielten. Einige Hyänen warteten in sicherem Abstand und kamen erst zum Wasserloch, als sich die Elefantenfamilie wieder auf ihren Weg gemacht hatte.

Verlassen haben wir den Etosha Nationalpark über Okaukuejo, um unsere Reise in Richtung Damaraland fortzusetzen. Aber dazu mehr im nächsten Post.

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