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Laos 9 – Ebene der Tonkrüge

Nach einem kurzen Besuch auf dem Markt von Vang Vieng starteten wir unsere schier endlos erscheinende Fahrt nach Phonsavan zur Ebene der Tonkrüge. Zunächst ein gutes Stück weiter gen Norden auf der Hauptstrasse 13, dann bogen wir ab in die Berge auf die Strasse Nr. 7. Auf kurviger Strecke mit vielen Serpentinen schraubten wir uns langsam aber sicher nach oben. Wunderschön der Aussichtspunkt auf ca. 1200m Höhe. Leider war es ziemlich diesig, aber genau das verlieh dem Blick eine märchenhafte Mystik.

Laos Phonsavan Plain of Jar

Von Vang Vieng nach Phonsavan sind es ca. 250km. Durch die vielen Kurven durchgeschaukelt, kamen wir am Nachmittag in Phonsavan an. Leider konnten wir wegen einer Militärübung nicht das ursprünglich gebuchte Hotel beziehen, sondern wurden in eine ältere Herberge auf einem Hügel mit Blick auf Phonsavan einquartiert. Phonsavan ist ehrlich gesagt auch nicht sehenswert. Es ist die neue Hauptstadt der Provinz, neue Häuser, breite Strassen und sehr staubig.

Laos Phonsavan Plain of Jar

Am nächsten Morgen starteten wir unsere Besichtigungstour zur Ebene der Tonkrüge. Insgesamt gibt es 5 Felder auf denen die Krüge zu finden sind. Es sind bisher allerdings nur Feld 1 und Feld 2 zur Besichtigung freigegeben. Die anderen Felder sind immer noch mit vielen Minen verseucht. Eigentlich sind es auch gar keine Tonkrüge, sondern aus Stein gehauene Gefäße in verschiedenen Größen. Der Stein kommt aus Steinbrüchen eines nahe gelegenen Berges und es wird vermutet, dass die Gefäße vor mehr als 2000 Jahren mit Hilfe von Elefanten zu den einzelnen Feldern gebracht wurden. Bis heute sind sich die Archäologen nicht einig, welchen Zweck diese Gefäße erfüllt haben. Die wahrscheinlichste Theorie besagt, dass sie als Grabgefäße verwendet wurden. Allerdings wurden bisher nur in einem Gefäß Knochen und Statuen gefunden.

Laos Phonsavan Plain of Jar

Laos Phonsavan Plain of JarLaos Phonsavan Plain of JarDie Gefäße liegen wild durcheinander, wahrscheinlich durch die Bomben der Amerikaner durcheinander geschüttelt. Speziell auf Feld 1 sind auch überall noch die Bombenkrater zu erkennen. Die Größe der Gefäße reicht von hüfthoch bis über 2 Meter. Ganz wenige haben noch einen Deckel.Laos Phonsavan Plain of Jar

 

 

Phonsavan Laos Plain of Jar (14)Laos Phonsavan Plain of JarLaos Phonsavan Plain of JarLaos Phonsavan Plain of JarNach ausgiebigen Rundgängen über die beiden Felder, fuhren wir in die alte Hauptstadt Muang Khun. Leider wurde diese Stadt nicht nur im 19. Jahrhundert von den Chinesen verwüstet, sondern auch im 2. Indochinakrieg auch von den Amerikanern total zerbombt. Wie ein Mahnmahl ragt heute noch die große Buddhastatue aus dem vollkommen zerstörten Tempel. Jedes Jahr wird 3 Tage lang den Toten gedacht. Kleine Stofffähnchen an langen Schnüren erinnern an jeden einzelnen der getöteten Menschen.

Laos Phonsavan Plain of Jar

Nach dem Mittagessen besuchten wir das Büro von MAG, der internationalen Hilfsorganisation zur Minen- und Bombenräumung. Reist man in diese Gegend von Laos, sollte man sich auch mit der jüngeren Vergangenheit konfrontieren und auseinander setzen. Den meisten Besuchern ist nicht bekannt, dass in dieser Region von den Amerikanern mehr Minen und Bomben abgeworfen wurden als im 2. Weltkrieg über gesamt Europa. Viele sprechen deshalb über einen verheimlichten Krieg, da meinst nur von Vietnam oder Kambodscha die Rede ist. In der Gegend um Phonsavan waren sehr viele amerikanische Soldaten stationiert, um Angriffe auf die Grenzregion von Vietnam zu fliegen. Heute noch liegen unzählige Minen und Blindgänger in diesem Landstrich und die MAG räumt immer weitere Landstriche, damit die Bauern wieder gefahrlos ihre Felder bewirtschaften können.

Laos Phonsavan Plain of JarLaos Phonsavan Plain of Jar

Für den Abstecher nach Phonsavan zur Ebene der Tonkrüge sollte man 3 Tage einplanen, denn man ist jeweils von Vang Vieng nach Phonsavan und zurück von Phonsavan nach Luang Prabang fast einen vollen Tag unterwegs.

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