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Reisebericht Myanmar 12. – Inle See und Indein

Seetag“

Auf fast 1000 m Höhe wurde es nachts doch empfindlich kalt und wir wachten ziemlich durchgefroren auf. Aber das war erst der Anfang. Dick eingemummelt ging es zum Frühstück, welches in einer nach 2 Seiten offenen Bambushütte gereicht wurde, durch die der Wind pfiff. 

 Aber das kräftige Frühstück entschädigte für das Frieren und gut gestärkt konnten wir unser Tagesprogramm beginnen. Dan stand pünktlich an der Rezeption und wir waren überrascht, dass wir mit dem Auto zum Schiffsanleger gefahren wurden anstatt gemütlich zu laufen.

Schnell stiegen wir auf unser Boot um und freuten uns, dass zusätzlich noch Decken bereit lagen. Wir waren zwar im Zwiebellook dick eingepackt, aber die Decke konnten wir nach verlassen des Kanals auf dem offenen See jedoch sehr gut gebrauchen. Es war herrlich! Der Motor dröhnte (das war natürlich nicht so herrlich!), der Wind pfiff uns kalt um die Nase und wir genossen den himmlischen Blick auf die Kulisse – den Inle See, eingesäumt von den rötlich schimmernden Bergen des Shan Staates. Trotz Sonnenschein, waberte der Dunst noch über die Wasseroberfläche, in der Ferne einige Fischer und immer wieder wurden wir von dröhnenden Booten mit Einheimischen und Touristen überholt.

 

Inle See Burma Myanmar
Nach einer kurzen Strecke erreichten wir eine Gruppe der weltbekannten Einbeinruderer. Diese Fischer haben eine einmalige Technik des Ruderns mit einer Hand und einem Bein, welches um das Ruder geschlungen wird erfunden. Schon die kleinen Kinder werden auf die Boote gestellt, um das Gleichgewicht zu üben. Bei dieser Fischergruppe war auch ein Junge mit seinem Boot, der uns alles ganz genau vorführte. Natürlich war er für uns Touristen abgestellt worden, um zum kargen Fischereinkommen der Familie noch ein paar Kyat der Touristen beizusteuern. Er machte seine Sache sehr gut und zeigte uns seine akrobatischen Fähigkeiten beim Manövrieren des Bootes und dem Ausbringen des „Fangkäfigs“. Die traditionelle Fischerei auf dem See arbeitet mit einer Art Fangkäfig, welche mit einer speziellen Technik ins Wasser gebracht werden. Die Fische schwimmen herein und der Netzboden des Fangkäfigs wird zugezogen. Nach vielen Fotos konnte es weiter gehen in Richtung 5-Tages-Markt. 

Einbeinruderer Inle See Burma Myanmar
Weitere Bilder zu den Einbeinruderern findet ihr hier

Fast eine Stunde waren wir bis zum Markt fast am anderen Ende des 22km langen Sees unterwegs. Am Ufer lagen Boot and Boot, viele Einheimische, viele Touristen ein ganz schönes Durcheinander, welches aber doch wieder in sich eine gewisse Ordnung verbarg. Zumindest fiel keiner ins Wasser, beim Übersteigen der Boote oder rutschte am matschigen Ufer aus. Genial war eine kleine schmale wackelige nicht sehr vertrauenseinflössende Brücke, über die so gut wie alle Besucher des Marktes mussten, um letztendlich den Markt zu erreichen. Oh, war das eine wackelige Angelegenheit! Mit angehaltenem Atem versuchten wir so schnell als möglich auf die andere Seite zu gelangen, dankbar, dass uns in diesem Moment nicht eine Marktfrau mit einem riesigen Korb Gemüse auf dem Kopf entgegen kam. An den normalen Fußgängern vorbei zu kommen war auch eine Herausforderung an alle motorischen Sinne. Aber wir haben es geschafft.

 

5-Tages Markt Inle See Burma Myanmar

 

5-Tages Markt Inle See Burma Myanmar
Dan führte uns zielsicher durch das Gewirr der Marktstände. Die Marktfrauen aus der Umgebung boten ihre frischen Waren feil und wir entdeckten doch wieder das eine oder andere unbekannte Gemüse. In der Fisch- und Frischfleischabteilung beschleunigten wir unsere Schritte doch ein wenig. Wir wollten uns wohl nicht vorstellen, dass die hier verkaufte Ware vielleicht bald auf einem unserer Teller lag. In diesem Fall wäre zu viel Phantasie nicht förderlich gewesen. Nach eine großen Runde mit Dan, schickte er uns noch einmal alleine ins das Getümmel, während er einen heißen Tee mit den anderen zahlreichen Reiseführern trank. Natürlich endete das so, wie es enden musste. Wir scannten mit gekonntem Blick die Stände mit den Souvenirs und wie durch ein Wunder hüpfte doch das eine oder andere Teil in unsere Rucksäcke. Zurück über die Wackelbrücke, ab ins Boot und weiter zu den nächsten Programmpunkten.

 

Zigarrenherstellung, Seidenweberei, Langhalsfrauen…fix arbeiteten wir diese Punkte ab, um auf der Terrasse eines kleinen Restaurants mit Blick über den See auf Indein unser Mittagessen zu uns zu nehmen.

Die Fahrt nach Indein führte uns wieder einen kleinen Kanal hinauf. Am Ufer Waschfrauen, spielende Kinder oder badende Wasserbüffel. Sehr idyllisch. Im Licht der Nachmittagssonne stiegen wir mit Dan schwitzend den Berg hinauf nach Indein. Auf diesem Hügel stehen über 2000 religiöse Bauwerke, zum Teil fast 1000 Jahre alt. Viele davon aus rötlichem Backstein, halb zerfallen und baufällig. Aber dazwischen auch restaurierte und neu gebaute Pagoden und Stupas mit Gold glänzenden Spitzen oder weiß getünchtem Mauerwerk. Ein Wirrwarr aus Bauwerken, wie in einem verwilderten Märchengarten. Dan zeigte uns einige sehr interessante Stellen, die uns nicht nur einen tollen Ausblick bescherten, sondern auch wunderschöne kleine Details, an denen wir sonst einfach vorbeilgelaufen wären.

 

Indein Inle See Burma Myanmar



Ein kurzer Blick in den Tempel auf dem Hügel und schon ging es auf einem anderen Weg durch einen Bambuswald zurück zum Bootsanleger. Völlig erledigt vom Auf- und Abstieg waren wir froh, wieder auf unseren Plätzen im Boot zu sitzen und knatternd ging es zurück auf den See zu einem der letzten Highlights des Tages, dem Kloster der „Jumping Cats“.

Jumping Cats – Inle See Burma Myanmar

In dem wunderbaren großen Holzkloster auf dem See kamen Mönche auf die Idee, die vielen Katzen zu trainieren, damit sie – gelockt von einem Leckerli – durch einen kleinen Reifen springen. Das entwickelte sich schnell zu einem Publikumsmagneten und es ist als Katzenbesitzer wirklich erstaunlich, wie perfekt die Miezen durch den Reifen springen. Natürlich sollte das Kloster nicht nur wegen seiner pelzigen Bewohner besucht werden, denn es ist ein wirklich schönes Bauwerk.

Schwimmende Gärten – Inle See Burma Myanmar
Vorbei an den schwimmenden Gärten fuhren wir über den See zurück nach Nyaung Shwe. Aber nicht bevor wir noch den Sonnenuntergang bestaunt hatten. Nein, wir konnten nicht genug von Sonnenauf- und Untergängen bekommen. Der Spaziergang durch das Dorf zurück zum Hotel tat gut. Wir luden alles ab und machten uns gleich auf den Weg zum Abendessen und landeten in einem wirklich leckeren kleinen Restaurant, dessen Aufmachung im ersten Moment mit seinen Plastikstühlen und etwas wackelig ausschauenden Tischen nicht grade einen einladenden Eindruck machte. Wir wählten es aber aus, da es am Abend zuvor voll belegt mit Touristen war und das war immer ein gutes Zeichen dafür, dass das Essen voraussichtlich keine bleibenden Schäden verursachen würde. Und das Essen war phantastisch und wir genossen jeden einzelnen Bissen davon. Etwas melancholisch waren wir schon, da wir nun ja schon fast am Ende der Rundreise angelang waren. Es kam uns vor wie im Traum, immer noch völlig überfordert von der Vielfältigkeit der Eindrücke und Erlebnisse. 

Inle See Burma Myanmar

 

 

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