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Reisebericht Kambodscha – 5. Phnom Penh und Sihanoukville

Eintrag 5 „Kurzer Stopp in Phnom Penh und Fahrt nach Sihanoukville“

Bis mein Flug nach Phnom Penh startet, erfriere ich fast im eisgekühlten Flughafengebäude von Siem Reap. Knapp 40 Minuten und ein Gummisandwich später landet die Maschine in Phnom Penh. 

 
 Die Fahrt mit dem Taxi durch die nächtliche Hauptstadt geht sehr schnell, da kaum mehr Verkehr herrscht. Die erste und einzige Verkehrsregel, die hier zu gelten scheint ist, dass hier keine Verkehrsregeln gelten. Egal welche Farbe die Ampel anzeigt, sie wird grundsätzlich ignoriert und in die Kreuzung eingefahren. Da nicht allzu schnell gefahren wird und jeder etwas Rücksicht zu nehmen scheint, klappt das recht gut. Aber das ist nichts für schwache deutsche Autofahrer-Nerven!

Mein kleines Hotel ist sehr neu, gewöhnungsbedürftig sind nur die Zimmer ohne Fenster, die es hier in Kambodscha oft gibt.
Am nächsten Morgen ist das Wetter trüb und regnerisch. Trotzdem mache ich mich zu Fuß auf zum Sisowath Quay, der Uferpromenade entlang des Tonle Sap Flusses. Entlang dieser Promenade reihen sich Geschäfte, Restaurants, Hotels und Gästehäuser. Da bei Nieselregen der schönste goldene Tempel nicht sehenswert ist, habe ich die Besichtigung des Königspalastes auf die kommende Woche verschoben, wenn ich wieder von Sihanoukville zurück bin. Stattdessen lasse ich mich durch die Straßen treiben und beobachte das bunte Treiben um mich herum. Nachmittags sitze ich in einem kleinen Cafe am Sisowath Quay und schreibe in aller Ruhe meine Reisenotizen – ich hätte auch keinen Meter mehr laufen wollen, der Tempelmarathon forderte seien Tribut.
Nach einer entsprechenden Erholungszeit mache ich mich zu einem der großen Märkte der Stadt auf. Dort angekommen ereilt mich leider des Shoppers größter Gau – der Markt hatte schon zu!
Etwas enttäuscht kehre ich frühzeitig ins Hotel zurück, wo der nette Herr hinter der Rezeption schon mit meiner Busfahrkarte für die Fahrt nach Sihanoukville am nächsten Tag wedelt. Sihanoukville, die Küstenstadt am Golf von Thailand, ist nach einem früheren König benannt und wird von vielen Kambodschanern liebevoll „Snoukiville“ genannt.
Der Transfer zu meinem Bus nach Sihanoukville sollte eigentlich um 8 Uhr kommen, ich sitze  pünktlich mit meinem Gepäck auf dem Sofa neben der Rezeption und warte – typisch deutsch eben. Da die Busabfahrt auf 08:30 Uhr angegeben ist und um 8:25 immer noch keiner kommt, bin ich doch ein wenig nervös, aber ich bin tapfer und lasse mir nichts anmerken. Aber sie kommen dann doch mit dem Kleinbus und sammeln bis zur Bushaltestelle noch 4 weitere Leute auf. So fährt der Bus dann eben erst um 9 Uhr ab. Kilometerlang geht es durch Phnom Penh. 2 Millionen Einwohner hat die Stadt. Neben der Straße immer die typischen Häuser und Hütten mit den kleinen Geschäften und Garküchen im Erdgeschoss. Der Bus, groß wie ein Monster, schlängelt sich durch die Heerscharen der Mopeds und Tuktuks, alles immer haarscharf aneinander vorbei. Immer wieder tauchen riesige Werbetafeln auf, auf denen für große Bauprojekte schmucker Einfamilienhaussiedlungen geworben wird. Da wird sich in den kommenden 10 Jahre bestimm einiges tun. Nach gut 4 Stunden zum Teil halsbrecherischer Fahrt, erreicht der Bus endlich Sihanoukville.

Busfahrt Phnom Penh – Sihanoukville
Am Busbahnhof kommen die Passagiere fast nicht aus dem Bus, so sehr quetschen sich die Tuktukfahrer in die Türe, um ihre Fahrdienste anzupreisen. Ein völlig irres Geshchrei und Durcheinander. Ich habe meinen Transfer zum Glück vorgebucht und es erwartet mich mein persönlicher Tuktuk-Fahrer mit einem handgeschriebenen Zettel mit meinem Namen. Völlig entnervt sitze ich mit meinem mühsam geretteten Gepäck in meinem Tuktuk. Die restlichen Fahrer reißen nämlich wahllos die Koffer und Taschen aus dem Bauch des Busses und platzieren sie auf ihren Gefährten. 

Orchidee Guesthouse Sihanoukville
Das kleine Hotel liegt ca. 3 Minuten vom Hauptstrand „Ocheuteal und Serendipity Beach“, den ich sofort anschauen muss. Ein buntes chaotisches Treiben an diesem ca. 2 km langen Strand, Restaurant an Restaurant, viele Leute, viele Strandverkäufer, die mir schon nach wenigen Minuten tierisch auf den Keks gehen. Nein, den Fehler wie bei den Mädels in Ankor mache ich nicht mehr und würdige die mir vor die Nase gehaltenen Ketten, Armbänder, Anstecker, Muscheln, usw. keines Blickes. Gemütlich schlendere ich einmal die ganze Strandbucht entlang und schaue mir den wunderschönen Sonnenuntergang an. 

Sunset am Ocheuteal-/Serendipity Beach Sihanoukville

Das wohl verdiente Abendessen und eine leckere Pina Colada genieße ich mit den Füßen im Sand in einem kleinen Strandrestaurant, bevor ich mich wieder auf den Weg ins Hotel mache. Die Planung für den kommenden Tag ist schnell erledigt – „Sihanoukville und seine Strände“ lautet das Motto.

Sunset am Ocheuteal-/Serendipity Beach Sihanoukville

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