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Namibia – Skeleton Coast

Die weitere Strecke führte uns von Palmwag nach Westen in den Skeleton Nationalpark zum Springbok Gate. In diesen Nationalpark gelangt man über zwei Eingänge. Das Springbok Gate im Nordosten über die C39 und das Ugab Gate im Süden am Ugab River. Am Gate bezahlt man die Nationalparkgebührt und es wird die übliche Registrierung durchgeführt. Hat man keine Übernachtung im Skeleton Nationalpark gebucht, muss der Park abends wieder verlassen werden.

Vom Gate aus waren es nochmal ca. 60km bis zur Küstenstraße. Je weiter wir in Richtung Ozean kamen, desto mehr fing es an zu stürmen. An der Kreuzung auf die Küstenstraße war es schon fast ein Sandsturm. Aussteigen will bei dem Wetter keiner.

Auf der Strecke nach Norden kamen wir an Tora Bay vorbei. Tora Bay ist ein riesiger Campground, der nur im namibischen Sommer geöffnet ist. Dort verbringen viele Angler mit Familien ihre Sommerferien. Das Angeln darf man sich aber nicht wie bei uns vorstellen. In Namibia fährt der Angler mit dem Allrad an den Strand. Auf der vorderen Stoßstange sind Vorrichtungen montiert, in die die riesigen Angeln gesteckt und befestigt werden. Die Ausbeute scheint riesig zu sein, denn die frisch gefangenen Fische werden eingefroren und mit nach Hause genommen.Bis zu unserem Tagesziel Terrace Bay beruhigte sich das Wetter wieder. Der Check-In für die staatliche Terrace Bay Lodge befindet sich in einer Baracke mitten in Terrace Bay. Die Lodge liegt am Strand etwas südlich der Siedlung. Die Gebäude der Lodge waren in den 1960ern Unterkünfte der hiesigen Diamantenmine. Es ist alles schon ziemlich in die Jahre gekommen, aber sauber. Alte Geschichten besagen, dass die in Terrace Bay gefunden Diamanten die Schmuggelware aus dem Kongo waren. Sie wurden in Terrace Bay wieder vergraben, damit sie offiziell gefunden werden konnten.

Terrace Bay Lodge

Wir waren die einzigen Touristen in der Lodge. Den ganzen Nachmittag kamen Angler aus ganz Namibia an, die ein verlängertes Wochenende in Terrace Bay zum Angeln verbringen wollten. Viel zu tun gibt es in Terrace Bay nicht. Ein kleiner Spaziergang den Strand entlang, ein Schwätzchen mit den Anglern und die Aussicht vom höchsten Punkt der Lodge auf einer Bank sitzend genießen – das war total erholsam.

Terrace Bay Lodge

Nach dem atemberaubenden Sonnenuntergang gab es Abendessen. Zwar hatte das Restaurant den Charme einer Jugendherberge, aber mit den zum Teil urigen Anglern und der leckeren Hausmannskost hatte, war es eine ganz besondere Athmosphäre.

Sonnenuntergang in Terrace Bay

Das deftige Frühstück schmeckte auch hervorragend, Seeluft macht bekanntlich hungrig. Nun fuhren wir gemütlich an der Küste entlang. Irgendwo waren riesige Straßenbaumaschinen unterwegs, um unermüdlich die rumpelnde unbefestigte Straße wieder zu planieren. Vorbei an Tora Bay bis zum ersten ausgiebigen Fotostopp an einem völlig verrosteten Ölbohrturm neben der Straße, der niemals aufgestellt worden war. Auch hier gibt es eine Geschichte dazu. Angeblich wollten ein südafrikanischer Millionär und Onassis hier nach Öl bohren. So weit kam es dann allerdings nicht, da der südafrikanische Millionär mit Onassis Geld durchgebrannt war. Solche Geschichten bekommt man erzählt, wenn man sich mit den Einheimischen unterhält. In wie weit diese Geschichten wahr sind, sei dahingestellt. Interessant sind sie trotzdem.

Skeletton Coast – Ölbohrtrum
Ugab Gate – Skeleton Coast Nationalpark

Über das Ugab Gate verließen wir den Skeleton Nationalpark wieder. Der nächste Programmpunkt war Cape Cross, eine der größten Seelöwenkolonien. Noch bevor wie sie sahen, haben wir die bis zu 100.000 Seelöwen zählende Kolonie gerochen. Trotz Wind waberte ein beißender Geruch über die Landzunge von Cape Cross. Entsprechend kurz war unser Besuch.

Cape Cross – Seelöwenkolonie
Cape Cross Seelöwenkolonie

An diesem Nachmittag hatte ich mich auf eine partielle Sonnenfinsternis gefreut. Allerdings machte uns das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Es war nämlich bewölkt, windig und nieselte. Also das perfekte Wetter, um eine Sonnenfinsternis zu beobachten. Das gute Abendessen in der Cape Cross Lodge versöhnte mich wieder ein wenig.

Skeleton Coast – Schabrackenschakale

Der weitere Weg führte uns am nächsten Tag weg von der Küste nach Uis. Aber davon mehr im nächsten Post.