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Bali – Der Osten von Sanur nach Lovina

Die wichtigsten Stationen einer Fahrt entlang der Ostküste Balis sind der Goa Lawah Tempel, Candidasa, das Bergdorf Tenganan, der Wasserpalst Tirta Gangga bei Amlapura, Tulamben und das Tagsziel Lovina.

 
Die Fahrt in den Ostteil der Insel Bali führt zunächst über eine gut ausgebaute vierspurige Straße, vorbei an unzähligen Handwerksbetrieben, Schreinereien, Steinmetze, Gärtnereien und viele mehr. Schade, dass diese wunderschönen Steinstatuen nicht einfach in den Koffer zu packen sind. Doch schon kurz nach der Stadtgrenze Denpasars wird aus der Autobahn eine kleine enge Küstenstraße. Die Fahrt zum ersten Besichtigungspunkt, dem Goa Lawah Tempel, dauert ungefähr 1,5 Stunden.

 

 

Bekannt ist der Tempel Goa Lawah wegen seiner Fledermaushöhle direkt hinter den Tempelbauten, in der tausende von Fledermäusen leben. Betreten werden darf der Tempelbezirk nur mit einem Sari, den die Besucher am Eingang ausgeliehen bekommen. Trotzdem der Goa Lawah Tempel einer der heiligsten Tempel der Insel ist, ist er recht klein und unscheinbar. Allerdings sind die Fledermäuse für die Gläubigen heilig. Je näher man zum großen Höhleneingang kommt, desto mehr steigt der Geruch der Fledermaus-Hinterlassenschaften in die Nase – das ist nicht unbedingt etwas für zarte Gemüter.
 
 
Der Tempel wurde bereits um das Jahr 1000 gegründet und ist einer der neun Reichstempel der Insel Bali. Hier finden unzählige Prozessionen oder Zeremonien statt. Die meisten der Zeremonien haben mit dem Tod zu tun. Der Erklärung des Tempelführers nach kommen die Familien und Freunde der Toten 30 Tage nach der Verbrennung in diesen Tempel, um weitere Opfer für die Toten zu bringen. Es werden auch Verbrennungszeremonien direkt beim Tempel durchgeführt, die Asche der Toten von einem Priester geweiht und dann ins Meer gestreut.
 
 
Die Höhle selbst darf nicht betreten werden. Es wird erzählt, sie ziehe sich über 30km in den Berg bis zum Vulkan Agung und dem Besiakh Tempel, dem Muttertempel, dem wichtigsten Tempel der Insel. Die Gläubigen knien ehrfürchtig direkt vor dem breiten und hohen Höhleneingang, halten ihre Zeremonien ab und bringen ihre Opfer in Form der kleinen geflochten gut gefüllten Opferkörbchen dar. Räucherstäbchen werden angezündet und Gebete werden gesprochen. Fast direkt über ihnen hängen die ersten Fledermäuse kopfüber am Fels.
 

 

 
Ein kurzer Abstecher über die Küstenstraße, vorbei am Parkplatz des Tempels und an einer kleinen Ansammlung von Essständen und man steht auf dem dunklen Strand. Ein im ersten Moment verwirrender Anblick, verbindet man Sandstrand doch eher mit weißem als mit schwarzem Sand. Die lange Strandbucht zieht sich einige Kilometer bis nach Candidasa, einem kleinen Küstenort, den der Tourismus auch schon fest in der Hand hat. Wer landestypisch und preiswert Essen möchte, sollte außerhalb von Candidasa einen der vielen einheimischen „Warungs“ testen, die Restaurants im Ort verlangen einen ordentlichen „Touristen-Zuschlag“.

 

Frisch gestärkt nach einem leckeren Mittagessen geht die Fahrt weiter in die Berge zum nahegelegenen Bergdorf Tenganan. In diesem Dorf leben noch die Ureinwohner der Insel, die Bali Aga. Sie haben ihre alte Kultur weitgehend beibehalten. Sie glauben nach wie vor an die vielen Naturgottheiten, leben nach sehr strengen Regeln und zelebrieren ihre alten Zeremonien und Riten. Es dürfen keine Fremden in das Dorf ziehen und geheiratet werden darf auch nur innerhalb der Dorfgemeinschaft.
 
 
Das Dorf Tenganan ist von einer Mauer umgeben und läuft man eine der gestampften Lehmstraßen entlang fühlt man sich um Jahrhunderte zurückversetzt. Überall stehen die geflochtenen Körbe mit bunten Kampfhähnen am Straßenrand, geschäftiges Treiben in den Höfen der Häuser, unbekannte Gerüche steigen in die Nase. Nur einige wenige Verkaufsstände zollen dem Tourismus Tribut. Wunderschön sind die fein säuberlich von Hand geschriebenen altbalinesischen Texte auf Palmblätter die zum Verkauf angeboten werden.
 

 

Die verbliebenen 500 Einwohner des Dorfes leben vom Kunsthandwerk und der Herstellung besonderer Stoffe. Die vielen Reisfelder um das Dorf werden von Bauern bewirtschaftet, die nicht zum Dorf gehören. Tenganan gehört zu den reichen Kommunen der Inseln mit ungefähr 1000 Hektar Land.
Der Geschichte nach kamen die Bali Aga mit einem Trick zu ihren großen Ländereien. Vor vielen hundert Jahren verschwand eines der Lieblingspferde des Königs. Er versprach dem Finder eine große Belohnung. Die Dorfbewohner von Tanganan konnten allerdings das Pferd nur noch tot auffinden. Sie baten den König, Ihnen als Belohnung all das Land zu schenken, auf dem das tote Pferd noch zu riechen wäre. Die Dorfbewohner ritten mit einem Beamten über die Ländereien. Überall hatte der Beamte noch den Geruch des toten Pferdes in der Nase und gab nach einiger Zeit auf und ritt zum König zurück. Der Dorfälteste der Bali Aga hatte ein Stück Fleisch unter seinem Sattel versteckt. So kam die Dorfgemeinschaft zu ihrem großen Landbesitz.
 
 
In der Nähe von Amlapura befindet sich der Wasserpalast vonTirtagangga. Der Name Tirta Gangga bedeutet „heiliges Wasser des Ganges“. Die Wasserbecken werden durch den Fluss Tampaksiring gespeist. Das heilige Wasser wird aber auch in vielen umliegenden Tempeln für religiöse Zeremonien verwendet. Gebaut wurde der Wasserpalast von Tirtagangga erst Ende der 1940er vom letzten Raja von Karangasem. Der Raja hatte eine besondere Vorliebe für Teiche, Kanäle und Parkanalagen mit Wasserspielen. Leider wurde ein Großteil davon im Jahr 1963 durch den Ausbruch des Vulkans Agung schwer beschädigt, aber zum Glück wieder detailgetreu aufgebaut. Inzwischen ist die Parkanlage eine Art öffentliches Freibad. Ein Spaziergang über die ungefähr 1,2 ha große Anlage führt zunächst zu sehr schön angelegten Teichen geschmückt mit verschiedenartigen Figuren. Über Platten auf den Teichen kann man „über das Wasser“ gehen. Mehrere Springbrunnen, viele Wasserspeier und exotische Pflanzen können entdeckt werden. Auch mehrere kleinere Tempel befinden sich in der Anlage von Tirta Gangga.

 

 

Den weiteren Weg in Richtung Tulamben zieren viele in allen Variationen der Farbe Grün leuchtenden Reisefelder, die zu einigen Fotostopps einladen. Tulamben liegt im Nordosten Balis, bietet schöne Lavastrände und ist vor allem bei Tauchern bekannt. Das Tagesziel Lovina erreicht man am frühen Abend. Bei einem balinesischen Abendessen im Hotel oder einem der vielen kleinen Restaurants entlang der Straße in Lovina, kann man die ruhige Atmosphäre genießen.

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