TRAVEL & EXPLORE

Thailand – Samut Songkhram – Der „Schirme-zurück Markt“

Eine Bahnfahrt der besonderen Art lässt sich 70km südwestlich von Bangkok erleben. Samut Songkhram, der Markt auf den Gleisen. Reisende, die der Tempel, den Abgasen, der Lautstärke und den Konsumtempeln Bangkoks überdrüssig sind, sei dieser Tagesausflug empfohlen. Egal ob auf eigene Faust oder im Rahmen eines organisierten Tagesausflugs, nach anstrengenden Tagen in Bangkok eine nette Abwechslung.

Die organisierten Touren beginnen in der Regel mit der Fahrt per Kleinbus in das ca. 30km entfernte Maha Chai. Das ist auch der anstrengendste Teil der Fahrt, denn bis sich das Fahrzeug durch das allmorgendliche Verkehrschaos der Megacity, welches stellenweise dem absoluten Kollaps sehr nahe zu sein scheint, gequält hat, vergehen schon fast 1,5 Stunden. Die Bahnstation Banlaem, den Ausgangspunkt der abenteuerlichen Zugfahrt auf der Maeklong Line, erreicht man per Fähre über den Tha Chin Fluss und einem ca. 500m langen Fußmarsch zum Bahnhof.
 
Der uralte Zug der Maeklong Line verkehrt täglich 8 mal zwischen den beiden Endstationen Banlaem und Samut Sonkhram. Knatternd, ratternd und schaukelnd setzt sich der klapprige Zug auf den unebenen Gleisen langsam in Bewegung. Fenster und auch zum Teil die Türen bleiben während der Fahrt geöffnet und bieten links und rechts der Strecke private Einblicke in Hinterhöfe, Gärten und das Leben der Landbewohner. Der überwiegende Teil der Landschaft wird zur Salzgewinnung genutzt. Die Felder werden durch ein Kanalsystem mit Meerwasser geflutet, welches nach dem Verdunsten das weiße krustige Salz zurück lässt. Dieses Salz kann in dieser Region überall gekauft werden. Es stört auch nicht wirklich, dass zum Teil die Gleise unter Wasser stehen, der Zug rattert in seinem gemütlichen Tempo einfach weiter. Das eigentliche Ziel, die Endstation Samut Songkhram erreicht man nach einer Stunde Fahrzeit. Kurz vor der Endstation fährt der Zug mitten durch den Markt von Samut Sonkhram, dem Talad Rim Hoob – „Schirme zurück Markt“. Ein Schauspiel der besonderen Art!
 
Da die Anbieter direkt an den Gleisen keine Standgebühren bezahlen müssen und sie dadurch ihre Waren günstiger anbieten, ist der Markt innerhalb weniger Jahre immer größer geworden. Alles ist millimetergenau auf die täglich achtmalige Durchfahrt des Zuges ausgerichtet. Kurz vor Eintreffen des Zuges ertönt ein schepperndes Signalhorn. Zeit für die Marktleute in sekundenschnelle die akkurat aufgebauten Auslagen mit Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch oder Geflügel von den Gleisen zurück zu ziehen und die an Stangen befestigte Überdachungsplanen einzuholen. Die Waren am Boden sind genau so hoch gestapelt, dass der Zug darüber hinwegfahren kann. Dies alles geschieht in völliger Ruhe, nur die ausländischen Besucher werden oftmals in einem raueren Ton aufgefordert, in Deckung zu gehen und auch den Kopf nicht zu weit hervor zu strecken. Es ist, als halte der Markt den Atem an, bis die Rücklichter des Zuges zu sehen sind. Genauso flink, wie bei einer Kettenreaktion, werden dann nacheinander die Stände und die Überdachung wieder an ihren ursprünglichen Ort zurück geschoben und der Verkauf kann ungestört weitergehen, als wäre nichts geschehen.
 
Vom Zug aus, lässt sich das Treiben auf den Gleisen am besten aus dem letzten Wagen beobachten und fotografieren. Wie ein Vorhang ziehen sich hinter dem Zug die Überdachungen wieder in der Mitte zusammen und unter den Verkaufsständen sind die Gleise manchmal nur noch zu erahnen. Der beste Platz ist allerdings der Markt selbst, aber bitte aufpassen, Kopf und Kamera rechtzeitig einziehen!
Im Rahmen der organisierten Tagesausflüge wird meist zum Mittagessen noch das Fischerdorf Klong Krane besichtigt, welches am Übergang des Chao Praya Rivers zum Meer liegt. Die Bewohner leben am Flussufer und haben im Flussdelta ihre Muschelfarmen, zu denen die Besucher mit dem Boot gebracht werden. Wochenendurlauber aus Bangkok schätzen den angeblich gesunden Schlamm der Gegend. Per Boot können die Muschelfarmen und die weitläufigen Mangrovenwälder entdeckt werden. Interessant ist auch die Fütterung der freilebenden „schwimmenden“ Affen, die in diesen Mangrovenwäldern hausen und sich ihren Speiseplan durch die von den Touristen verfütterten Bananen versüßen lassen.

 

 

Gebucht haben wir diese organisierte Tour über Green Mango.
Link zur Tourbeschreibung: Maeklong + Amphawa Ausflug

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.